Projektidee

In der Welt der Informationstechnologie ist das Cloud Computing längst eine Selbstverständlichkeit. Das Grundprinzip lässt sich auch auf die Energieversorgung und die Speicherung von Strom übertragen. Das Projekt green2store untersucht praxisnah die Möglichkeiten und Grenzen.

Das Ziel von green2store ist die Entwicklung von miteinander vernetzten Stromspeicherkapazitäten, die ähnlich dem Ansatz des Cloud Computings konzipiert sind. Der Begriff dafür: Energy Storage Cloud. Für den Speicherbetrieb bedeutet dieser Ansatz, dass nicht jeder Akteur selbst einen Speicher betreiben oder örtlich bereitstellen muss, um Speicherkapazitäten für sich zu nutzen. Vielmehr werden in der Energy Storage Cloud dezentral verteilte Speicherkapazitäten unterschiedlichster Anbieter zusammengefasst, zentral verwaltet und schließlich diversen Anwendern zur Verfügung gestellt. Der Anwender muss nur dann für eine Speichernutzung zahlen, wenn Bedarf entsteht. Die Energy Storage Cloud adaptiert damit die aus der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) bekannten Ansätze des Cloud Computings auf die Energiewirtschaft und ermöglicht die integrative Nutzung dezentraler Speicher durch verschiedene Akteure. Die Energy Storage Cloud virtualisiert dabei:

  • die realen elektrischen Speicher, die über die Cloud angesprochen werden können
  • die Dienste für die IT-Kommunikation und deren Sicherheit sowie
  • die Speicherbewirtschaftung, die allen Akteuren diskriminierungsfrei zur Verfügung stehen

Einfaches Grundprinzip: Wie das Cloud Computing funktioniert

Mittels Cloud Computing werden IT-Infrastrukturen oder ein Bündel von Technologien flexibel und dynamisch an den tatsächlichen Bedarf angepasst und Nutzern über ein Netzwerk zur Verfügung gestellt. Der Cloud-Dienstleister verwaltet die wesentlichen Hard- und Softwarekapazitäten in eigenen Rechenzentren und vermietet diese an die Anwender. Der Endnutzer selbst benötigt keine Informationen, wo beim Cloud-Dienstleister noch freie Ressourcen verfügbar sind. Diese werden dynamisch zugewiesen.

Adaption: Wie die Energy Storage Cloud funktioniert


Diese Grundidee der virtuellen Nutzung von IT-Diensten in der Cloud überträgt das Projekt green2store auf Energiespeicherkapazitäten. Durch die informationstechnische Bündelung dezentraler Batteriespeicher werden diese verschiedenen Anwendern zur Verfügung gestellt. Dabei werden nicht mehr die physikalischen Speicher als solche angesprochen, sondern vielmehr der Speicherbedarf in seinem Umfang, seiner Dauer und gegebenenfalls in seiner Lokalität benannt. Die Zuordnung der Anforderungen zu physikalischen Speichern übernimmt die Energy Storage Cloud. Dabei kann die Cloud jederzeit dynamisch um neue Speicher erweitert werden. Eine integrative Nutzung der vorhandenen Speicherkapazitäten ist gegeben. Die Folge: Jeder der beteiligten Batteriespeicher kann – analog zum Cloud Computing – besser ausgenutzt werden als dies bei einer singulären, lokalen Nutzung der Fall wäre. Dadurch, dass viele Batteriespeicher zusammengefasst und virtualisiert werden, können Anwendern unterschiedlichste Speicherkapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Genau wie beim Cloud Computing.

Mehrwert: Neue Nutzungskonzepte

Die Betreiber der Energy Storage Cloud können den Anwendern nicht nur reine Speicherkapazitäten, sondern auch Mehrwertdienste anbieten. Beispiele: die effiziente Bewirtschaftung von Speichern, Einspeiseprognosen oder Abrechnungssysteme. Weiterhin sind neue Nutzungskonzepte, wie die Teilnahme am Stromhandel, erst ab Erreichen bestimmter Kapazitäten möglich. Die Energy Storage Cloud kann für solche Anwendungen verteilte Einzelkapazitäten zusammenfassen. Mit herkömmlichen Methoden wären diese nicht nutzbar.

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